Sonntag, 17. Juli 2011

Barrierefrei heißt nicht barrierefrei

Barrierefreier Wohnraum ist (nicht nur) in Hamburg Mangelware. Ich habe schon oft darüber geschrieben, über die fehlende Notwendigkeit für private Hausbauer, ein Haus barrierefrei zu bauen, über die vielen Bestimmungen, die es zu beachten gilt, wenn jemand barrierefrei bauen möchte, über die Mehrkosten, die das wiederum unattraktiv machen - kurzum: Barrierefrei baut in aller Regel nur, wer sozialen Wohnraum baut und auf öffentliche Mittel zurückgreifen kann.

In Hamburg bestimmt damit auch eine Behörde, wer in diese Wohnungen einziehen darf. Barrierefreier Wohnraum wird zentral vergeben und um überhaupt in dieses Vergabeverfahren aufgenommen werden zu können, sind diverse Kriterien zu erfüllen. Ein Wohnungswechsel (auf Deutsch: Umziehen) ist zum Beispiel nur aus medizinischen Gründen möglich, also nur, wenn die bisherige Wohnung aus medizinischen Gründen nicht mehr geeignet ist. Ein Zuzug aus anderen Bundesländern (zum Beispiel für Studenten) in eine mit öffentlichen Mitteln geförderte barrierefreie Wohnung in Hamburg ist nicht vorgesehen.

Gehört man zu den Glücklichen, die auf die Warteliste der zentralen Wohnungsvergabe gelangt sind, bekommt man in den nächsten Monaten und Jahren einige Wohnungsangebote zugeschickt. Eine große Auswahl hat man dabei natürlich nicht, offiziell heißt es: Wer drei Wohnungsangebote ohne triftigen Grund ablehnt, fliegt wieder von der Liste. Welche Gründe triftig sind, möchte ich mal offen lassen - mit Blick auf die "medizinische Begründbarkeit" eines Umzugswunsches kann ich es mir aber lebhaft vorstellen.

Ich will nach drei langen Absätzen auf eine Sache hinaus: Dass die vermittelte Wohnung nicht im Erdgeschoss liegt, dürfte als Ablehnungsgrund nicht ausreichend sein. Das Gegenargument wird sein: Es sind in allen Häusern Aufzüge vorhanden.

So weit, so schlecht. Ich bin nun als Rollstuhlfahrerin darauf angewiesen, dass dieses technische Gerät einwandfrei funktioniert. Bleibt das Ding stehen, komme ich nicht mehr aus meiner Wohnung. Oder schlimmstenfalls gar nicht erst hinein. Wie lange dieser Zustand andauert, hängt davon ab, ob einerseits der Hauseigentümer einen Wartungsvertrag abgeschlossen hat, der eine zeitnahe Entstörung vorsieht (nicht innerhalb von 72 Stunden, sondern vielleicht schon innerhalb von 12), andererseits ob die Ersatzteile greifbar sind.

Im Fall unseres neuen Wohnprojektes hat der Hauseigentümer einen 72-Stunden-Vertrag abgeschlossen. Die Organisation, die die einzelnen Zimmer wiederum an Rollifahrer vermietet, ist auch nur Mieter, nicht Eigentümer, kann also nur durch "politischen Druck" einigen Einfluss auf den Hauseigentümer nehmen. Was aber im Moment auch nichts nützt, da ein Ersatzteil nicht verfügbar ist. Seit einer Woche.

Die Aufzüge in dem Haus sind nagelneu. Frank hatte bei den Verhandlungen mit dem Hauseigentümer seinerzeit als sehr wichtig betont, dass die Aufzüge voneinander unabhängig steuerbar sein müssen. Das heißt: Im Alltag, wenn beide funktionieren, ist es ja okay, wenn nur einer kommt, sobald jemand drückt. Es ist ja Quatsch, dass man beide Aufzüge getrennt voneinander rufen kann und dann an jeder Etage immer beide Aufzüge gerufen werden, der Ungeduldige in den ersten einsteigt und der zweite Aufzug fährt umsonst dorthin - bzw. hält in einer Tour vergeblich. "Auf jeden Fall!", betonte die Aufzugsfirma. Sobald ein Aufzug ausfällt, fährt der andere.

Pustekuchen. Die Steuerung, die dort eingebaut worden ist, ist ausschließlich auf so genannten Zwillingsbetrieb ausgelegt. Das heißt: Ist ein Aufzug gestört, ist auch der zweite aus. Das Programm, das im Störfall den einen Aufzug unabhängig von dem anderen fahren lässt, muss nachbestellt und eingespielt werden. Kostenpunkt: Rund 1.500 Euro. Seriös, seriös!!! Und der Hauseigentümer möchte das nicht nachkaufen.

Aber: Es wäre im Moment auch egal. Zur Zeit warten wir auf eine Platine, die für die Steuerung verantwortlich ist, und zwar sowohl im Einzel- als auch im Zwillingsbetrieb. Das heißt: Auch mit dem Programm-Update würden die Dinger zur Zeit still stehen.

Für alle Rollifahrer bedeutet das zur Zeit: Niemand kommt seit rund einer Woche aus oder in seine Wohnung. Franks Organisation hat nun immerhin (bisher auf eigene Kosten) einen ambulanten Krankentransportdienst beordert, der die Leute mit einem Krankensitz die Treppe hoch- und runterträgt. Zu nicht unerheblichen Kosten kommt jedes Mal ein Krankenwagen und mit ihm zwei Leute, ein Typ mit Rückenschmerzen und ein Chick im Freiwilligen Sozialen Jahr...

Schön, dass alle bis auf zwei sich noch in dem Monat befinden, wo sie noch auf ihre bisherige Wohnung / Zimmer bei den Eltern etc. zurückgreifen können. Nächsten Monat ist das anders. Und so kommt dann auch die Frage auf, wie das wohl wäre, wenn wir nicht bei Frank, sondern bei einem kommerziellen Unternehmen gemietet hätten. Die Antwort ist ganz einfach: Die Mehrkosten für diesen Krankentransportdienst müsste der Rollstuhlfahrer selbst zahlen. Nach einem Gerichtsurteil dürfte der rollifahrende Mieter einer Wohnung im 2. OG nach einer Mängelrüge und verstrichener Frist von drei Werktagen eine Mietminderung von 15% geltend machen. Das wären bei einer fiktiven Kaltmiete von 400 Euro: Ganze 2 Euro pro Tag. Wie niedlich!

Das Gericht hat dabei geurteilt, dass die Gründe, warum für den Rollstuhlfahrer die Mietsache (Wohnung) unbenutzbar seien, nicht alleine vom Vermieter zu vertreten seien. Gründe, die in der Person des Mieters liegen, bleiben bei einer Mietminderung grundsätzlich (Rechtsprechung des BGH) unberücksichtigt. Und wenn die Wohnung sonst in Ordnung ist, bedeutet "Treppe laufen" höchstens 15% nach drei Werktagen vergeblichen Wartens.

Solange also nicht explizit "barrierefreier Wohnraum, einschließlich seiner barrierefreien Erreichbarkeit" vermietet wird, ist der Wohnraum zwar barrierefrei gebaut, aber noch lange nicht barrierefrei erreichbar. Barrierefrei heißt also nicht unbedingt barrierefrei. Fällt der Aufzug aus, kommt der Rollstuhlfahrer weder rein noch raus. Das Risiko trägt der Rollstuhlfahrer fast vollständig alleine, und es gibt außer den Hinweis auf Moral und Gewissen (der bei öffentlichen Vermietern mit Hunderten Angestellten aber nicht bei jedem ankommt) keine Möglichkeit, Druck auszuüben.

Während Frank sich nun intensivst bemüht, das Theater abzustellen, weiß ich aus meiner Szene (als ich von dieser Sache erzählte), dass andere (insbesondere öffentliche) Vermieter durchaus gleichgültiger sind. Ist da ein Ersatzteil nicht greifbar, ist man gut bedient, wenn man sich ein Hotel leisten kann oder nette Freunde hat, die einen ein paar Tage bis Wochen aufnehmen.

Samstag, 16. Juli 2011

Öffentliches Internet

Natürlich trifft man im Internet immer wieder auf Leute, die einen privaten Blog lesen und dann die Frage stellen, ob so viel privates ins Internet gehört. Über diese Frage könnte man endlos diskutieren und am Ende gibt es trotzdem keine übereinstimmende Meinung. Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, mein privates Tagebuch ins Internet zu stellen. Das mache ich seit drei Jahren.

Diese Entscheidung kann ich nur für mich selbst treffen. Andere, die es betrifft, muss ich vorher fragen, wenn ich etwas aus ihrem Privatleben ins Internet stelle. Grundsätzlich frage ich alle Leute, sobald ich etwas schreibe, was möglicherweise nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist.

Außerhalb meines Freundeskreises kennt niemand meinen Partner. Aus dem, was hier steht, kann niemand Rückschlüsse auf die reale Person ziehen. Innerhalb meines Freundeskreises weiß natürlich jeder, wer er ist. Bleibt also die Frage zu beantworten: Dürfen meine Freunde und Bekannten wissen, was sich bei uns abspielt?

Ich sage: Ja. In dieser Form, wie ich es geschrieben habe (und die habe ich mir schon überlegt), dürfen sie es wissen. Ich rede nicht alles schön oder bevormunde andere Menschen, indem ich ihnen nur selektive Informationen gebe, von denen ich glaube, dass sie für sie geeignet sind. So fällt auch keiner aus allen Wolken oder macht sich ein falsches Bild.

Ich bin strikt dagegen, über jemanden zu lästern. Aber ich bin sehr dafür, über jemanden zu reden. Gut wie auch schlecht. Solange es die Wahrheit ist, kann sich niemand bei mir darauf verlassen, dass ich ihn schone. Genauso wie ich übrigens auch nicht geschont werden möchte: Ich möchte, dass Leute mir ehrlich gegenüber sind und mich nicht lieb anlächeln, wenn sie mich Scheiße finden. Ich erzähle aber auch oft Dinge, über die ich mich freue oder erzähle, wie toll ich den einen oder anderen Menschen finde.

Was wiederum nicht heißt, dass ich Geheimnisse ausplaudere. Wenn mir jemand etwas vertraulich erzählt (oder nur deswegen erzählt, weil er glaubt, ich behalte es für mich), dann rede ich auch nicht darüber. Wenn aber mein Freund denkt, er kann sich beliebig (daneben) benehmen, sehe ich keinen Grund, das vertraulich zu behandeln.

Markus und ich haben übrigens inzwischen mehrmals sehr intensiv über diese Nacht am See diskutiert. Bisher allerdings ohne ein Ergebnis, mit dem wir leben können. Ich fühle noch immer meine Grenzen nicht ausreichend respektiert, er meint nach wie vor, dass ich meiner Behinderung zu viel Raum in meinem Leben gebe, sie mein Leben zu sehr bestimmen lasse.

Ich gehe mit einem Typen ins Bett, wenn ich ihn liebe, und zwar auch körperlich. Ich muss ihn auch körperlich attraktiv finden (was nicht unbedingt "vollkommen" oder "nichtbehindert" bedeuten muss). Ich habe ihn gefragt, ob das bei ihm genauso ist. Ich habe keine Antwort bekommen. So muss ich raten: Da er mit mir Sex hatte, mehr als einmal, kann er dabei meine körperliche Behinderung ausblenden? Oder mag er mich (meinen Körper) trotz, mit oder wegen meiner körperlichen Behinderung?

Ich wüsste es gerne. Ich bin eine Frau und möchte das hören. Mein Herz (oder gerne auch mein Bauch) möchte das hören. Aber ich bekomme keine Antwort auf die Frage.

Sonntag, 10. Juli 2011

Zum Nachtisch Zoff

Manchmal können Männer so richtige Arschlö**er sein. Wirklich. Unsäglich. Wir haben uns so richtig heftig gezofft. Und bevor er sich nicht deutlich entschuldigt, braucht er hier nicht wieder angeschissen zu kommen. Ja, wir haben den ersten Stress schon, bevor Markus überhaupt eingezogen ist.

Ich hatte vor, zum Schwimmtraining zu fahren und anschließend meinen 3. "alternativen Geburtstag" mit ein paar Leuten an einem See zu feiern. Mit Grillwurst, Fleisch, Salaten, Brot, Spielen, paar Getränken, viel Spaß... Es hatten richtig viele Leute nicht nur zugesagt, zu kommen, sondern auch, etwas zu essen und zu trinken mitzubringen.

Zunächst wurde das Schwimmtraining abgesagt. Stattdessen würde sich die Möglichkeit bieten, auf unserer Strecke tagsüber zu trainieren. Die Fußgänger hätten für Samstag eine Sondernutzung genehmigt bekommen: Nächstes Wochenende ist in Hamburg Triathlon angesagt und es handelt sich um die letzte Möglichkeit, nochmal richtig zu trainieren. Wir (Rollifahrer) nehmen jedoch an dem Hamburger Triathlon nicht teil. Ich selbst war zwar noch nie dabei, habe aber von anderen aus der Szene bereits gehört, dass das ein riesiger Krampf sein soll.

Rollifahrer dürfen nur auf der Sprintdistanz teilnehmen, das Schwimmen ist auf (aus meiner Sicht lächerliche) 500 Meter verkürzt. Die Rennstrecke hat eine 180-Grad-Wende, bei der man Fremdhilfe benötigt, gleich nach der Wechselzone gibt es eine Abfahrt, die es (vor allem mit vom Schwimmen noch nassen Flossen) in sich hat, dazu kommen diverse Engstellen, bei denen man sich weder begegnen noch überholen darf. Insbesondere im Rennstuhl hat man aber lange Überholwege - man kommt also nur an bestimmten Stellen wirklich aneinander vorbei und fährt sonst stur hintereinander her. Ein Kilometer geht dann noch über Sandweg ... reichts?

Aber die Trainingsmöglichkeit wollten wir natürlich nutzen. Dadurch geriet der Zeitplan ein wenig durcheinander. Als ich Markus anrief, um ihm das zu erzählen, hatte er schon sonderbare Laune. Dann wollte er wissen, ob ich in langen oder in kurzen Klamotten trainieren will. Da mehr als 20 Grad waren: Kurz. Ob ich ihm den Gefallen tun könnte, in langen Sachen zu trainieren. "Ich glaube, dann bin ich hinterher wie aus dem Wasser gezogen." - Er fände das erotisch. Es sei sexy, wenn ich nach dem Training völlig verschwitzt bin.

Okay, es war ja schließlich auch etwas windig. Ich muss schon aufpassen, dass ich mich nicht lächerlich mache vor allen Leuten, wenn ich da als einzige in langen Sachen ankomme. Und ich muss noch mehr trinken. Aber wir konnten ja endlos Trinkflaschen wechseln. Das war auch dringend nötig, ich glaube, ich habe in den 90 Minuten über 4 1/2 Liter (einschließlich Iso) gesoffen. Ich war wirklich wie aus dem Wasser gezogen, der Schweiß leckte mir vom Gesicht, es war schon fast grenzwertig. Ich wollte mich abkühlen und mit den anderen eine Runde im See schwimmen gehen, aber Markus hatte was anderes vor. Er zog mich auf den Parkplatz, hinter mein Auto.

Klar, wenn er mich schon bittet, für ihn "heißer" zu trainieren als sonst, hat ihn mein Anblick wohl ziemlich angemacht. Nur fühlte ich mich so nicht in der passenden Stimmung und hätte mich gerne erstmal etwas frisch gemacht. Intensiv küssen, wenn man vom Training kommt und alles im Mund schmeckt wie ... bäh ..., angefasst werden, wenn man völlig durchnässt ist, etliche Male Schweiß und Schnodder aus dem Gesicht im Arm abgewischt hat, sich unvermeidbarerweise ein paar Mal selbst angerotzt und mindestens einmal auch noch selbst angepinkelt hat - da habe ich dann doch gewisse Hemmungen. Er nicht. Er wollte zwischen Auto und Gebüsch über mich herfallen, was ich unter anderen Umständen auch unheimlich reizvoll gefunden hätte, aber mir war einfach nicht danach.

Ich habe aber keine Diskussion angefangen, sondern habe versucht, das Geschehen in eine andere Richtung zu lenken und ihm ein "Alternativprogramm" angeboten. Bin also sitzen geblieben und habe das versucht, was man in der Höhe halt am besten hinbekommt. Das war dann irgendwie nicht richtig, dann habe ich vorgeschlagen, dass wir im See schwimmen gehen und im Wasser oder danach mal schauen, ob uns jemand beobachtet. Er wollte dann, dass ich mit meinen Trainingsklamotten schwimmen gehe. Immerhin müssten die ja auch wieder sauber werden. Diese nassen Sachen auf der Haut ... wären sehr erotisch. Er trägt mich auch ins Wasser. "Und falls es dir peinlich vor den anderen ist, kannst du gerne so tun als würde ich dich gegen deinen Willen ins Wasser werfen."

Okay, okay. Mach. Cathleen und Simone waren auch gleich so ins Wasser "gesprungen" und ich finde es ja auch durchaus reizvoll. Aber eher spontan als geplant. Egal. Er zog sich seine Badeshorts an, nahm mich auf den Arm und lief mit mir ins Wasser. Wir schwammen eine eher große Runde, dann drängte er mich zwischen Schilf und einen privaten Steg ab, wo er stehen konnte. Er hielt mich fest, begann, mir meine Sachen auszuziehen. Da ich komplett unter Wasser war, ließ ich ihn machen. "Du hast ja gar nix drunter!", sagte er, als er den Reißverschluss bis zwischen die Schulterblätter runtergezogen hatte. Hab ich nie. So große Ti**en habe ich nicht, dass ich im Sitzen unbedingt einen Sport-BH brauche. "Gefällt dir das?", fragte ich schelmisch. Welchem Mann gefällt das nicht?!

"Hast du unten auch nix drunter?" fragte er. - "Das findest du auch noch raus", zog ich mich grinsend aus der Affäre. Natürlich habe ihm nicht verraten, dass die anderen auch alle nix drunter haben. Gibt wohl auch keinen Fußgänger-Radler, der unter seiner Funktionskleidung noch einen Baumwollschlüpfer trägt... als Sportstudent müsste er sowas eigentlich wissen. Egal. Nur wurden wir beobachtet. Von einem über der Stelle gelegenen Feldweg konnte man uns sehen und es gingen ständig Leute vorbei. Insofern fand ich unter Wasser fummeln okay, aber jetzt erst ganz nackig ausziehen und vielleicht noch mehr, am hellichten Tag, auch wenn es etwas abseits gelegen war und ich durchaus ein wenig exhibitionistisch veranlagt bin - das war mir zu viel.

Wir verließen das Wasser, ich zog mich um, wir setzten uns zu den anderen, die Stimmung war gut. Alle hatten Hunger, wir warfen den Grill an, quatschten, es war, nachdem beim Training erst noch ein paar Tropfen gefallen waren, tollstes Sommerwetter. Ein Sonnenuntergang am See, herrlich. Ich kuschelte mich an Markus, hatte eigentlich schon wieder vergessen, dass er vorhin so komisch war, vielleicht war er einfach nur mal für ein paar Minuten komisch drauf, er kraulte mir den Kopf - ich hätte meine Enttäuschung nicht mehr erwähnt und in den nächsten Stunden auch vergessen.

Inzwischen wurde es dunkel, es war gegen 23.30 Uhr, als plötzlich eine (wie könnte es bei meinen magnetischen Fähigkeiten anders sein) Polizeistreife, die wohl nur mal nach dem Rechten schauen wollte, anhielt und ausstieg. Es war nicht der uns bekannte Dorfpolizist, sondern zwei jüngere Beamte. Auf dem spiegelglatten Wasser schwamm in etwa 30 Meter Entfernung vom Ufer ein Rettungsring, den Chaoten vor zwei Stunden von seinem Platz entfernt und dort hineingeworfen hatten. Die Chaoten waren nur inzwischen weggefahren und so waren wir erstmal die Verdächtigen: "'Waren wir nicht' kennen wir schon. Wenn das Ding nicht in 3 Minuten wieder an seinem Platz ist, nehmen wir eine Anzeige auf wegen Missbrauch von Noteinrichtungen. Das ist eine Straftat, für die es bis zu zwei Jahre Gefängnis geben kann."

Frank antwortete: "Sofie, kannst du mir schonmal meinen Ausweis rübergeben? Ich glaube nicht, dass der Ring von alleine aus dem Wasser kommt und dann mache ich zur Anzeige gleich eine Zeugenaussage. Ich kann die Täter beschreiben und würde sie bei einer Gegenüberstellung auch wiedererkennen. Das waren so ein paar Proleten und einer aus der Clique fuhr einen getunten Golf mit einen großen Schriftzug auf der Heckscheibe." - Tatjana stand auf. "Lass gut sein, Frank, ich watschel eben ins Wasser und hol das Ding raus. Bevor ich irgendwann seitenweise schreiben darf, geh ich lieber einmal kurz aufräumen."

Während Tatjana den Ring aus dem Wasser holte, fuhr einer der Beamten fort: "Und Grillen ist hier übrigens auch nicht erlaubt. Sie verstoßen damit gegen einen Erlass der Bezirksverwaltung aus dem Jahr 1974." - So ein Schwachsinn. In den letzten zwei Stunden hatten hier mindestens 20 Grills gestanden. Frank kam in Stimmung: "Ach du Scheiße, da war ich ja noch gar nicht auf der Welt!" - "Deswegen haben die hier ja auch Schilder aufgestellt." - "Für den Deich dahinten, ja. Aber hier auch? Das hab ich gar nicht gesehen. Und nu? Müssen wir nun Bußgeld zahlen? Oder belassen Sie es bei einer mündlichen Verwarnung?" - "Wir nehmen jetzt Ihre Personalien auf und wenn wir hier heute nacht einen Feuerwehreinsatz bekommen, geht die Anzeige in den Vorgang." - "Das nenn ich mal einen fairen Deal."

"Dann hätte ich gerne mal Ihren Ausweis gesehen", sagte der Beamte und zückte sein Notizbuch. Frank reichte ihm seinen Perso. "Wenn dann der geschäftliche Teil abgeschlossen ist und Sie an Ihre nächste Pause denken - mögen Sie da lieber Wurst oder lieber ein Nackensteak? Die Flattertiere sind leider schon aus." - "Wir wollen mal ernst bleiben, ja?" - "Ich meine das durchaus ernst. Wir haben noch zwei Stücke übrig." - Der andere Beamte sagte: "Wir dürfen nichts annehmen, das ist nett gemeint." - Frank antwortete: "Eine scheußliche Vorschrift. Wenn es die nicht geben würde, hätten Sie dann lieber eine Wurst oder lieber ein Stück Fleisch?" - Der erste Polizist, der offenbar noch wesentlich neuer im Job war, sagte: "Es gibt diese Vorschrift aber nunmal und deswegen stellt sich die Frage nicht." - Der zweite schielte auf unseren Grill und fügte hinzu: "Wenn ich zu Hause grille, dann hab ich allerdings am liebsten so ein richtiges Stück Fleisch. Vorher mariniert, gut durch - lecker. Meine Familie hat heute abend auch gegrillt, aber Dienst ist ja nunmal Dienst."

Frank sagte: "Kommt, wir machen den beiden schnell zwei Teller fertig. Am besten auf so einen tiefen Plastikteller, damit das im Wagen nicht ausläuft. Ich kann das nicht mit ansehen. Wir mampfen hier und die haben Steine im Magen." - Jetzt sagte auch der ältere: "Wir dürfen das echt nicht annehmen. Es ist nett gemeint. Hier ist ihr Ausweis zurück. Schönen Abend noch." - Frank ließ nicht locker: "Aber Sie könnten mir vielleicht einen Gefallen tun? Ich bin Rollifahrer und würde gerne diese beiden Teller zum Müll bringen. Die sind übrig geblieben. Wir sind alle pappsatt und das Fleisch ... das soll ja so über Nacht nicht liegen bleiben. Könnten Sie die auf dem Weg zum Streifenwagen bitte in die Mülltonne werfen? Sie würden mir einen großen Gefallen tun." - "Sie sind echt ein Racker. Was feiern Sie hier eigentlich?" - "Ihren Geburtstag", sagte Frank und zeigte auf mich. Ich winkte einmal schüchtern.

"In dem Alter darf man ja noch fragen, wie alt, oder?" fragte der ältere von beiden. Ich antwortete: "Es ist nicht wirklich mein Geburtstag. Gestern vor drei Jahren hatte ich meinen Unfall, seitdem bin ich querschnittgelähmt. Mich hat eine Frau plattgefahren, weil sie an der Ampel ihr Recht durchsetzen wollte. Sie glaubte, ich hätte rot. Hatte ich aber nicht. Ich wäre dabei beinahe draufgegangen. Daher feier ich jetzt jedes Jahr zwei Mal Geburtstag." - Der Typ guckte mich mit großen Augen an, blickte auf die leeren Rollstühle neben den Decken, schluckte einmal, sagte: "Aha. Na dann schöne Feier noch. Und danke, ne?!" Dann zogen sie von dannen, jeder einen Teller mit Fleisch und Salat in der Hand. Das landete natürlich nicht im Mülleimer.

Sofie fragte: "Und was ist, wenn das hier heute nacht wirklich brennt?" - "Dann müssten sie beweisen, dass ich das angezündet habe. Ich weiß ja nicht mal, wem der Grill gehört. Das war eine reine Erziehungskiste, damit wir hier nachher alles sauber hinterlassen und die Glut ablöschen. Nun haben wir unsere Ruhe und die ihr Stück Fleisch und alles ist in Butter."

Gegen halb eins fuhren einige nach Hause. Da Zelten nicht erlaubt war, schlief der Rest auf dem Parkplatz in den Autos. Bei mir passt locker eine Matratze hinein, bei Frank und Sofie (Passat Kombi) auch, bei Jana (Touran, zusammen mit Cathleen und Simone) und bei Yvonne (Megane, mit Nadine) auch. Ich überredete Markus zu einer Runde Mitternachtsbaden. Das Wasser war anfangs kalt, kurz danach aber herrlich. Da am See keine Laternen stehen, ist es wirklich fast stockdunkel. Jetzt zieh ich mich im Wasser auch gerne nackig aus. So ein langsam ins Wasser laufender Sandstrand ist enorm vorteilhaft, vor allem, wenn man von dort aus weite Teile des Weges einsehen kann und wir wirklich die einzigen sind. Eine Ente war die einzige, die sich lauthals beschwerte. Es war sehr schön.

Danach wurde mir schnell kalt. Markus zog seine Badehose wieder an, mich nahm er nackt auf den Arm. Ich klammerte mich an ihm fest, den Badeanzug in meiner Hand. Wir mussten über die Wiese, über die Straße, einen Berg runter zum Parkplatz. Wir parkten an einer Seite, die anderen Fahrzeuge waren alle auf dem Platz bunt verteilt. Ich hatte extra vorher die Innenbeleuchtung und die automatische Außenbeleuchtung beim Betätigen der Fernbedienung ausgeschaltet, damit beim Öffnen der Heckklappe nicht alles hell erleuchtet ist. Markus warf mich auf die Matratze, zog seine Shorts aus, machte sich den Sand von den Füßen und kam hinterher gekrabbelt. Bis dahin war alles gut, von dem komischen Start abgesehen, ein Traumabend.

Aber nun wollte er noch einmal Sex. Es wäre auch okay gewesen, nur ... nicht im Auto auf der Matratze. Es lag zwar was wasserdichtes drunter, ich hatte sogar auch ein Ersatzlaken dabei, für alle Fälle, aber ich hatte beim Grillen und auch davor schon so viel getrunken, dass ... Auf dem Rasen draußen, auf einem Handtuch, hinter dem Auto, unter dem Sternenhimmel - für ihn zu hart. Am Strand - für ihn zu sandig. Ich hätte ihn auch im Auto nochmal verwöhnt, nur eben nicht "herkömmlich", weil ich da gerne eine Pampers anziehen wollte, und das so schnell wie möglich - für ihn schön, aber er wollte einen Kick. Er wollte mich richtig. Nie würde er mich richtig bekommen. Immer müsse man Rücksicht nehmen auf "diese Scheiße". Ich könne nicht richtig aus mir herauskommen, ich hätte Probleme mit meiner Behinderung.

"Gleich schläfst Du draußen. Das ist mein Auto." - Er drehte sich weg. Plötzlich schlief er. Wie kann er in der Situation einschlafen?! Gegen sechs Uhr weckte er mich, indem er mir den Bauch streichelte. Ich kuschelte mich an ihn ran, wollte in seinem Arm weiterschlafen. Er war schon wieder ... und wollte mir die Pampers runterstreifen. Argh!!! "Es ist das gleiche wie gestern abend. Wenn du mir das Ding ausziehen willst, dann nur draußen. Hier drinnen bleibt es dran." - Er meinte, ich rieche so geil, meine Haut sei so erotisch, ich fühle mich so gut an, es sei so gemein, neben mir liegen und leiden zu müssen. Sicherlich ein tolles Kompliment, aber trotzdem ... ich solle mich doch mal fallen lassen, das Bettlaken könnte man waschen - die gleiche Diskussion nochmal. Und dann wurde er beleidigend. Und stellte Fragen, ob sich Cathleen oder Sofie auch so anstellen würden. Und dann kam der Schlussatz: Behinderte müssen sich nicht wundern, dass sie keine Partner finden. Es sind nicht die Partner, die sich anstellen, sondern die Behinderten selbst.

"Markus, weißt Du was? Um Viertel vor Acht fährt da vorne der erste Linienbus. Bis dahin kannst Du gerne noch eine Stunde schwimmen gehen, aber hier ist jetzt Schluss für dich." - "Was heißt das?" - Meine Antwort steht im ersten Absatz.

Ich habe seitdem nur geheult und inzwischen einen absoluten Dröhnschädel. Eigentlich wollten wir gemeinsam frühstücken, aber ich habe mich vor allen vom Acker gemacht. Gestern noch hatte ich gedacht, mein Leben einigermaßen im Griff zu haben. So schnell ändern sich Dinge.

Samstag, 9. Juli 2011

Drei Jahre lang

Gestern mittag gab es bei mir übrigens Gyrosbaguette. Insider wissen, was das bedeutet. Inzwischen, ich kann es kaum glauben, ist es drei Jahre her, seit sich mein Leben von einem auf den anderen Tag radikal verändert hat.

Inzwischen bin ich häufig gefragt worden, ob ich an meinem Leben gerne etwas ändern würde. Dazu kann ich nur erneut sagen: Was ich ändern kann, das ändere ich. Was ich nicht ändern kann, daran versuche ich mich auch nicht. Sicherlich sollte man nicht resignieren und glauben, man könne an vielen Dingen sowieso nichts ändern und so jede Bemühung, jede Anstrengung von vornherein unterlassen. Man muss schon sachlich bleiben bei der Beurteilung, ob man etwas verändern kann. Aber wenn klar ist, dass sich etwas nicht ändern lässt, dann gibt es auch noch andere Dinge, mit denen man sich gehaltvoller beschäftigen kann.

Was ich damit sagen will: Ich zerbreche nicht an der Frage, wann ich wieder laufen kann. Ich lasse mir auch keine Hoffnung machen, dass da irgendwelche Forschungen laufen oder Geräte entwickelt werden, mit denen irgendwas geht. Wenn mir irgendwann einmal etliche ehemalige Querschnitte auf ihren zwei Beinen entgegen gewatschelt kommen, lasse ich mir durch den Kopf gehen, ob diese Therapie auch für mich in Frage kommt. Bis dahin sollen sich andere mit dem Thema beschäftigen, das so alt ist wie die Querschnittlähmung an sich.

Ich frage mich auch nicht, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn dieser Unfall nicht passiert wäre. Ich weiß es nicht. Vielleicht wäre die Beziehung zu meinen Eltern auch aus anderen Gründen zerbrochen. Weil ich einen afrikanischen Partner gefunden oder mit einem Mädel mein erstes Mal gehabt hätte. Weil ich kriminell geworden wäre oder magersüchtig unter dem Druck des Lebens, weil ich die Schule geschmissen oder in irgendeine politische Szene gewechselt hätte. Vielleicht hätte ich meinen Freiwilligendienst in einer Behindertengruppe gemacht und dabei festgestellt, in einem falschen (gesunden) Körper geboren worden zu sein - wie Natascha, die fest davon überzeugt ist, dass sie in einen Rollstuhl gehört, obwohl sie eigentlich laufen kann.

Nataschas stationäre Therapie blieb ohne Erfolg. Es bleibt uns Behindis nur, zu akzeptieren, dass sie Rollstuhlfahrerin ist, obwohl sie laufen kann. Und trotzdem möchte ich nicht tauschen. Es ist okay, so wie es ist.

Meine Behinderung hat mich reifer gemacht, ehrgeiziger, selbstbewusster, entschiedener. Sie hat mir Hass und Liebe vermittelt, sie hat mir gezeigt, dass Menschen viel facettenreicher sind als ich es je gedacht hätte. Sie hat mich mit wunderbaren Leuten zusammengeführt, sie hat meinem Leben (so seltsam das klingt) einen ungeheuren Halt gegeben. Einfach, weil sie vieles ausgeschlossen hat, was vorher Option hätte sein können, weil sie mir viele Entscheidungen abgenommen hat. Und weil sie mich zu einer deutlichen Positionierung genötigt hat.

Ich werde gleich zum Schwimmtraining fahren. Es ist wunderschönes Wetter draußen. Anschließend feiere ich mit ein paar Leuten meinen "Geburtstag" (nach). Der Grill fragt schon alle paar Minuten nach seinem Einsatz. Hoffentlich fängt er aus lauter Ungeduld nicht gleich schon im Auto zu qualmen an. Ich freu mich drauf!

Unfallversicherung II

Vor einiger Zeit habe ich hier darüber geschrieben, dass mein Vater noch eine weitere Versicherung abgeschlossen hatte, aus der er Leistungen bezieht, die eigentlich mir zustehen und die er nur bekommt, weil er eine Formular mit meiner Unterschrift eingereicht hat (wobei ich mich aber nicht daran erinnern kann, das unterschrieben zu haben) und weil er erklärt, er würde diese Zahlungen an mich weiterleiten. Letztlich ist die Versicherung selbst darüber gestolpert, dass ich nicht mehr bei meinem Vater gemeldet bin.

Fakt ist nun, dass ich vor knapp zwei Wochen einen Brief bekommen habe, dass mir die Versicherungsleistung seit meinem 18. Geburtstag nun direkt ausgezahlt werden würde. Ich denke, das ist der beste Weg.

Freitag, 8. Juli 2011

Sara

Ich hatte noch "Schulden" offen und daher konnte ich absolut nicht "Nein" sagen, als ich heute morgen gefragt wurde, ob ich jemandem bei seiner Schwimmgruppe helfen könnte. Davon abgesehen, dass ich das gerne mache, hatte ich anfangs Schiss, damit überfordert zu sein.

In dem Krankenhaus, in dem ich einige Monate meines Lebens verbracht hatte, hat mein Sportverein einige Gruppen installiert. Ein wesentlicher Nutzen: Die Patienten sollen schon während der Behandlung oder Reha mit anderen Rollifahrern in Kontakt kommen. Für meinen Verein ist es natürlich super, diese erstklassigen Anlagen für das eigene Sportangebot nutzen zu dürfen.

Zu einer Schwimmgruppe sollte heute erstmals ein Mädchen, Sara, kommen, das wegen einer Zerebralparese (Spasti nach Hirnverletzung) im Rolli sitzt. Elf Jahre alt, verhältnismäßig stark eingeschränkt, könne nicht frei sitzen, müsse im Rolli angeschnallt werden, damit sie nicht rauskippt, Gehen oder Stehen sei völlig unmöglich und überhaupt ... Muddi schiebt, Muddi füttert, Muddi zieht an und zieht aus, Muddi dreht sie sogar im Bett um - sagt Muddi. Physio- und Ergotherapie laufen seit Jahren, durch die Physiotherapie mache sie große Fortschritte beim Greifen und in der Bauchlage und ihr Muskeltonus in Beinen und Armen sei deutlich zurückgegangen. Geistig sei sie völlig normal entwickelt, eher überdurchschnittlich.

Bin ich Therapeutin? Ein eindeutiges Nein. Daher auch meine Befürchtung, mit dieser Aufgabe überfordert zu sein. Anders sah das unser Chef, der mit den sieben anderen Jungs und Mädels im großen Schwimmbecken nebenan war, während er mich ins flache (120 cm), warme, kleine Becken schickte - ganz alleine. Nun gut, eine Aufsicht saß in einem Glaskasten und strickte. Aber die beaufsichtigte eben nur und würde uns vor dem Ersaufen retten. "Was soll ich denn mit ihr machen?" fragte ich ihn vor der Stunde. - "Dir fällt schon was ein. Wenn sie am Ende der Stunde im Wasser ist und sich an Dir festhält, bin ich glücklich. Dafür gibt es kein Rezept. Wir therapieren nicht, wir verschenken nur Selbstbewusstsein. Also geht baden, spielt miteinander und lass sie die Stunde in einer tollen Erinnerung behalten. Egal wie."

Das alles war leichter gesagt als getan: Immerhin konnte Sara nicht sitzen, ohne nach vorne oder hinten umzukippen und sich auch nirgendwo anlehnen oder selbst festhalten. Angeblich. Und Muddi stand die ganze Zeit daneben und nervte, indem sie ihrer Tochter ständig helfen wollte und ihr jede Bewegung quasi abnahm. Also schickte ich als erstes die Mutter raus: "Wollen wir die Mama mal los schicken, dass sie mal schaut, wo wir am Ende der Stunde ein Eis herbekommen?" - Muddi guckte mich entsetzt an, Sara nickte aufgeregt und rief: "Tschüß, Mami! Wir schaffen das auch alleine!" Ich musste herzhaft lachen und hätte sie knuddeln können. Muddi fand es kaum lustig, war eher besorgt.

Sara saß noch angeschnallt in ihrem Rolli. Ich fuhr mit ihr an die Stirnseite des Beckens, gab ihr ein langes Seil in die Hand. "Nicht fallen lassen", sagte ich ihr. "Schön festhalten." Ich rollte mit dem anderen Ende des Seils um das komplette Becken herum. Nach dem dritten Versuch schaffte sie es, es nicht aus der Hand gleiten zu lassen. Indem sie nicht quatschte, sondern sich konzentrierte. Ich setzte mich auf den Beckenrand, krabbelte auf eine schwimmende Styroporplatte und forderte Sara auf, mich zu ziehen. Ich musste noch zwei Mal aus dem Wasser wieder raus und ihr das Seil wiedergeben, das sie fallen ließ, dann hatte sie den Dreh aber raus und zog mich über das Wasser zu sich hin. Vor lauter Aufregung kreischte sie wie am Spieß und rief: "Hihi, ich bin dein Kapitän!"

Ich antwortete: "Nö, du bist nur eine Matrosin, die das Schiff durchs Wasser zieht. Kapitän bin ich, denn ich bin auf dem Schiff." - Aus ihrem Lachen wurde eine ernste Miene. Am liebsten hätte sie mir wohl Spielverderberei an den Kopf geworfen. Bevor es dazu kommen konnte, fragte ich sie: "Willst du mit aufs Schiff?" - Sie nickte eifrig. - "Dann musst du mir aber helfen. Ich kann dich nicht tragen und Mama geht ein Eis suchen." - "Verflixt! Nie ist sie da, wenn man sie braucht!" - "Genau. Wir setzen dich gemeinsam vom Rolli auf den Beckenrand. Du hältst dich am Geländer fest, damit du nicht umkippst. Schaffst du das?" - Sie nickte. Auf dem Beckenrand war ein Rutschfläche, über die man vom Rolli ins Wasser kommen konnte. Ich stellte ihre Beine auf den Fußboden, unterstützte sie an der Hüfte, sie zog sich am Geländer hoch und plumpste mit dem Po auf das Rutschblech. Autsch. Sie gackerte aber, also war alles gut.

"Du musst dich jetzt ganz doll festhalten. Ich kann dich nicht halten, ich muss mich selbst umsetzen." - "Keine Panik!" sagte sie. Soviel zum Thema "Unselbständigkeit". Ich kletterte ins Wasser, schob die Styroporplatte auf den (an dieser Stelle extra breiten) Beckenrand, legte mich mit dem Rücken nach unten auf die Platte und zog Sara zu mir auf den Bauch. Sie legte sich direkt auf mich drauf, ihren Kopf auf meine Brust. "Du musst jetzt ganz still liegen bleiben, okay? Nicht dass unsere Mission hier kentert." - "Klaro. Ich hoffe, ich krieg keine Spastik." - "Ich halte dich fest, okay?" - "Ich halte mich auch fest", sagte sie, war aber viel zu aufgeregt, um fest zuzugreifen. Ich schob die Styroporplatte langsam und mit viel Kraft auf das Wasser. Hauptsache, das Scheißding kippt jetzt nicht um oder geht unter, dachte ich mir. Aber nein, das tat es nicht. Es sank etwas ins Wasser ein, aber es trug uns beide. Sara lag ganz ruhig auf mir drauf, bewegte sich keinen Millimeter (was für einen Spasti in so einem Moment sehr anstrengend sein kann) und ich paddelte uns mit den Händen durch das Wasser.

"Ich höre dein Herz klopfen", sagte sie plötzlich. "Hört sich mein Herz genauso komisch an?" - "Könnte sein. Schlägt mein Herz denn doll?" - "Sehr doll." - Wir fuhren ein paar Mal gegen den Beckenrand und Sara gackerte über meine Unfähigkeit, das Boot so zu steuern, dass es keine Kollision gab, dann erzählte ich ihr, dass ich mich auf die Seite drehen würde, sie neben mich legen und von unserem Boot langsam ins Wasser rutschen würde. Sie müsse sich von der Seite wieder auf den Bauch drehen, sonst plumpst sie auf der anderen Seite ins Wasser. Sie schaffte es auf Anhieb! Und lag alleine auf dieser Styroporplatte, während ich schwimmend ihr Boot durch das Becken schob. Und natürlich noch den einen oder anderen Unfall mit dem Beckenrand provozierte. Zu Saras Belustigung.

Dann bot ich ihr an, ins Wasser, aber auf meinen Arm zu kommen. Nur dass ich sie nicht halten könnte, wegen meiner Behinderung. Ich brauchte die Arme ja zum Schwimmen. "So eine Behinderung ist Scheiße oder?" - "Naja, man muss manchmal Umwege gehen und braucht die Hilfe von anderen. So wie ich jetzt mal deine Hilfe brauche, weil ich dich nicht festhalten kann, müsstest du dich mal selbst an mir festhalten." Und einige Minuten später hatte sie so viel Vertrauen und war so ruhig, dass ich in Rückenlage schwamm und sie sich auf mir drauf liegend an mir festgeklammert hatte. Ich hatte Mühe, meinen Kopf über Wasser zu halten und bekam fast Panik, abzusaufen, aber Sara gefiel die ganze Sache und aus ihr könnte mal eine richtige Wasserratte werden.

"Hast du schonmal gehört, was für Geräusche es unter Wasser gibt?" fragte ich sie und legte meinen Kopf seitlich auf die Wasseroberfläche, als wir uns wieder am Beckenrand festhielten. Sara machte es mir nach. "Das klingt lustig." - "Und hast du schonmal geschaut, ob man unter Wasser was sieht?" - Sie schüttelte den Kopf. Ich erklärte ihr, dass wir zusammen tauchen, uns kurz unter Wasser anschauen, dann wieder hochkommen. Und weil wir keine Fische sind, darf man unter Wasser keine Luft holen. Sonst verschluckt man sich. "Traust du dir das zu?" - "Ich bin doch kein Baby mehr!", war die prompte Antwort.

Wir tauchten immer und immer wieder, sprachen unter Wasser miteinander und es funktionierte. Sara verschluckte sich am Anfang einmal, aber das war, wie sie selbst sagte, ihre eigene Blödheit, denn ich hatte doch gesagt, sie solle nicht einatmen. "Wer nicht zuhört, muss leiden", war ihr Spruch dazu und sie probierte es gleich noch einmal. Überhaupt mangelte es nicht an irgendwelchen Sprüchen: "Wenn das hier alles schiefgeht heute, kommst du dann morgen zu meiner Beerdigung?"

Ich umklammerte Sara von hinten, in den Händen eine Schwimmnudel, die ich mir in den Nacken legte. Jetzt hatte ich zwar ihre Haare im Gesicht und bei einer von ihren drei Millionen Streckspastiken donnerte ihr Kopf ziemlich übel gegen mein Kinn, aber wir trieben im Wasser und Sara hatte den Job, mit den Beinen so zu strampeln, dass wir rückwärts schwimmen würden. Als Spasti konnte sie ihre Beine bewegen, nur eben eher nicht kontrolliert. Zum Strampeln reichte es aber und wir drehten sechs Runden durchs Wasser. Dann kam: "Ich muss mal auf die Toilette." - Immerhin schön, dass sie Bescheid sagte.

Aber jetzt, wo alles so gut klappte, hätte ich es schöner gefunden, wenn sie die letzten 15 Minuten noch ausgehalten hätte. Ich bekomme sie alleine nur schwer aus dem Becken, hätte das lieber der Mutter überlassen. Ich bekomme sie nur schwer vom Rolli auf ein Toilettenbecken umgesetzt, geschweige denn, dass ich gerne mit nackten Kindern, noch dazu mir unbekannten, in abgeschlossene Räume gehe. Aber es half nichts, sie sagte, dass es sehr dringend sei und so schwamm ich mit ihr zum Ausstieg. Ich drückte sie hoch, so dass sie auf der Rutschplatte saß, bat sie, sich festzuhalten. Sara war nur so hibbelig, dass sie sich nicht konzentrieren konnte. Immer, wenn ich dachte, sie hält sich fest, ließ sie wieder los, wollte sich in den Schritt fassen, rutschte wieder ins Wasser. Und gackerte. Ich winkte die Schwimmhallenaufsicht zu mir heran. "Könnten Sie sie einmal festhalten, während sie hier sitzt?" - "Tut mir Leid, das ist mir untersagt. Dafür bin ich nicht ausgebildet." - "Sie sollen doch nur einmal festhalten, bitte", erwiderte ich. Ich war doch auch nicht ausgebildet. - "Sorry, ich darf das nicht. Wenn dabei was passiert, verliere ich meinen Job."

Komische Welt. Ich bedankte mich, die Aufsicht zog sich wieder zu ihren Stricksachen zurück und Sara und ich schauten uns an. Ich versuchte herauszufinden, ob die Muddi schon in Sichtweite war. War sie nicht. Ich versuchte es noch ein Mal, Sara auf das Rutschbrett zu heben. Diesmal in Bauchlage. Halt Dich fest! "Das ist noch fieser, sorry!", sagte sie und ließ sich wieder ins Wasser gleiten. Ich musste sie ständig wieder auffangen und hatte schon Affenarme. Die andere Gruppe war noch beschäftigt, von denen schaute auch niemand herüber, die Muddi war immernoch nicht zu sehen, die Aufsicht strickte. Sara klammerte sich an mir fest und während ich mir überlegte, ob ich sie sich im Wasser festhalten lassen soll, mich mit dem Po auf das Rutschbrett setze und sie dann hinter mir herziehe, wurde es plötzlich ganz heiß an meinem Bauch. Lalala... und es nahm kein Ende!

So. Dann konnten wir ja auch noch die letzten 10 Minuten nutzen und weiter schwimmen üben. "Ich möchte, dass du dich im Wasser auf den Rücken legst auf meine Hand", sagte ich. "Dabei musst du aber wieder ganz still liegen bleiben." - "Kannst du mir was versprechen?" - "Kommt drauf an, was." - "Doch, du musst es mir versprechen. Sag einfach 'Ja', okay?" - "Okay: Ja." - "Du darfst meiner Mami das von eben nicht erzählen, okay? Sie hat mir das nämlich eigentlich vorher verboten. Sie hat gesagt: Du bist da nicht in deiner eigenen Badewanne, sondern da schwimmen noch andere Leute mit." - Ich musste schon wieder lachen. "Ich bin ja gewissermaßen auch Schuld, du hast ja rechtzeitig Bescheid gesagt. Aber ich konnte dich nicht aus dem Wasser heben." - "Du hast mir aber versprochen, es nicht zu erzählen." - "Wird Muddi böse?" - "Bitte erzähl es nicht." - "Nein, mach ich nicht. Hab aber trotzdem nicht solche Angst davor. Sie würde dich schon nicht umbringen." - "Weißt du das?! Du kennst meine Mami nicht." - "So schlimm?" - "Noch viel schlimmer." - Auweia.

Sara schaffte es, sich auf meine Hand zu legen. Nase aus dem Wasser. Sie schaffte es, sich so weit unter Kontrolle zu bekommen, dass sie keine Spastik bekam, während sie im Wasser lag. Das war eine sichtbar große Anstrengung für sie. Sie war hochkonzentriert, ihre Augen bewegten sich aufgeregt hin und her. Es war noch nicht so weit, dass ich die Hand unter ihr weglassen konnte, ich wollte auch kein negatives Erlebnis in den letzten Minuten haben, aber ich bin mir sicher: Beim nächsten Mal würde sie das schaffen.

Muddi kam in die Halle, hatte blaue Überzieher über den Schuhen und ein total verquollenes Gesicht. "Hast du geweint, Mami?", fragte Sara. Muddi heulte gleich wieder: "Du hast das so schön gemacht, meine Prinzessin." - "Du sollst nicht immer Prinzessin zu mir sagen, wenn andere daneben stehen! Das ist end-peinlich!" - "Ich hab dich so lieb, meine Prinzessin. Das hast du so toll gemacht." - "Das war alles ganz easy, Mama." - "Und Sie haben das auch so toll gemacht, ich hätte nie geglaubt, dass das so gut klappt."

Eigentlich wollte ich antworten: "Wir waren doch nur eine Stunde schwimmen." Aber ich verkniff mir das und bedankte mich artig. Nun kam noch der Knüller zum Abschied: "Ich hab die ganze Zeit von dem Fenster da oben zugeschaut. Am Anfang wollte ich andauernd helfen kommen, aber nachher habe ich gesehen, dass ihr doch alleine zurecht gekommen seid. Man muss nur Geduld haben und die habe ich so oft nicht." - "Konntest du uns hören, Mami? Oder nur sehen?" - Sara hatte das P in den Augen. - "Nur sehen", sagte Muddi, "aber ich hab gesehen, was ich nicht hören darf." - Auweia. Da sie aber nicht mehr weiter drauf einging, sondern noch 1000 mal betonte, wie toll Sara das gemacht hatte und wie stolz sie auf ihre Tochter war, denke ich, ist das Thema damit abgehakt.

Als Muddi mit Sara duschen ging, ließ ich mich in das tiefe, kalte Becken zu den anderen fallen und schwamm noch einige Bahnen mit. "Na? Hat alles geklappt?", fragte mich unser Häuptling. - "Hörst du sie nicht aus der Dusche krähen?" - "Haste fein gemacht. Bin stolz auf dich." - Eigentlich wollte ich antworten: "Wir waren doch nur eine Stunde schwimmen." Aber ich verkniff mir das und bedankte mich artig.

Donnerstag, 7. Juli 2011

Mein neues Zuhause

Seit einer Woche haben wir ein neues Zuhause. Zum Glück haben wir parallel für mindestens einen Monat auch noch die alte Wohnung, so entfällt der Umzugsstress und der Druck, dass alles sofort funktionieren muss.

Denn es funktioniert längst noch nicht alles und es gab auch noch jede Menge Änderungen in den ursprünglichen Planungen. Eine Änderung: Durch extreme Brandschutzauflagen mussten die Pläne zum Innenausbau komplett überarbeitet werden. Zum Glück sind die Stockwerke hoch genug, mit Zwischendecken versehen und es gibt auf der gesamten Grundfläche keine einzige tragende Wand (nur vier Säulen in der Mitte, das Gebäude ist über 100 Jahre alt), so dass man bei der Raumaufteilung bis zuletzt sehr flexibel war und der Zeitplan dennoch einigermaßen eingehalten werden konnte.

Eine weitere Änderung: Alle Zimmer haben nun ein eigenes Bad (bis auf zwei Zimmer, die sich ein mittiges Bad teilen), dafür gibt es aber nur sieben Bewohner pro Etage statt geplanten 10. Ein Raum, der als achtes Bewohnerzimmer geplant war, durfte wegen Brandschutzauflagen nicht als Schlafzimmer verwendet werden. Dritte Änderung: Es gibt drei Etagen statt geplanter zwei. Damit sind die oberen drei Stockwerke komplett mit dem Wohnprojekt belegt. Derzeit sind 20 der 21 Zimmer bereits vermietet, für das letzte gibt es aber auch bereits Bewerber.

Ich wohne im 5. Stock im Zimmer 4 (siehe Grafik), Markus zieht zum 01.08. in Zimmer 6 auf meiner Etage ein. Die in der Zeichnung genannten Mieten gelten übrigens nur für Leute, die einen Wohnberechtigungsschein aus dem sozialen Wohnungsbau vorlegen, alle anderen zahlen rund 3 Euro pro Quadratmeter mehr (somit zahle ich 260 Euro kalt für das Zimmer). Außerdem wohnen auf meiner Etage noch Frank und Sofie, Jana und Cathleen sowie Markus ab 01.08. und Marie ab 01.09. oder 01.10.

Seit Montag funktionieren die Aufzüge halbwegs zuverlässig, seit Mittwoch kommt man ohne fremde Hilfe durch die überdimensionierten Brand- und Feuerschutztüren (bis dahin fielen sie ständig zu, seitdem bleiben sie offen stehen und sollen nur im Brandfall automatisch schließen) und seit gestern kommt man in die Tiefgarage. Derzeit klemmen noch etliche Fenster, der Fußboden wellt sich, einige Türen lassen sich nur mit Gewalt schließen, ein Abwasserrohr unter einem Waschbecken fehlt noch, die Entlüftung der Bäder funktionierte bis Mittwoch nicht korrekt ... Aber ansonsten genieße ich insbesondere von einer genialen Dachterrasse einen schönen Ausblick über Hamburg, kann in der Badewanne liegen und in den Sternenhimmel schauen und nachts ist es absolut ruhig (meine größte anfängliche Befürchtung hat sich nicht bewahrheitet). Wenn nun noch Internet und Telefon kommen, ist alles perfekt.

Die anderen Leute ziehen erst nach und nach ein, einige habe ich schon kennen gelernt, andere kannte ich schon, andere habe ich noch nie gesehen - alle waren bisher sehr nett. Zum Glück ist das ganze Projekt auf drei Etagen aufgeteilt, so dass nicht ständig alle aufeinander glucken müssen.

Sonntag, 3. Juli 2011

Zwölf zum Abgang

Es ist einfach doof, wenn sooo viel Action ist, dass ich nicht mehr zum Schreiben komme. Irgendwie hat sich in den letzten Wochen bei mir alles überschlagen.

Zuerst das allerwichtigste: Ich bin vorläufig mit der Schule fertig. "Vorläufig" heißt, dass ich zum August 2012 in das letzte Jahr einsteigen kann, wenn mein geplanter Ausflug scheitert. Der geplante Ausflug: Ich habe ab Februar 2012 einen Studienplatz an der Uni bekommen, ein Direkteinstieg über eine Empfehlung eines Profs. Ich darf ein halbes Jahr ausprobieren, ob ich das packe. Wenn ja, studiere ich weiter, wenn nein, mache ich mein Abi an der Schule nach einem Jahr Unterbrechung zu Ende - oder studiere an einer Fachhochschule, denn die Fachhochschulreife habe ich mit diesem Zeugnis automatisch.

Erstmal halte ich mein Abgangszeugnis in den Händen. Worüber ich mich sehr gefreut habe: Volle Punktzahl in Deutsch! Ein Traum! Ansonsten war die Biochemie sehr lieb zu mir, in beiden Fächern 11 Punkte (in Chemie hatte ich am Anfang nur 06!). Ein wenig unzufrieden bin ich mit PGW (Politik, Gesellschaft, Wirtschaft), dort hatte ich im ersten Halbjahr 11 Punkte geschrieben und im zweiten 13 und ein Referat wurde ebenfalls mit 13 Punkten bewertet. Naja. Der Sprung von 07 auf 11 ist aber letztlich auch nicht schlecht. Mit der entsprechenden Gewichtung von Schwerpunktfächern habe ich einen Durchschnitt von 12,3 Punkten - das liegt am oberen Rand einer 2+. Über 12,5 Punkte wäre es eine 1- geworden. Aber ich bin zufrieden, denn mehr war absolut nicht drin.

Im einzelnen (vorherige Bewertungen in Klammern):

Deutsch 15 (14, 14, 13)
Mathematik 10 (10, 10, 10)
Englisch 14 (14, 13, 14)
Pädagogik 14 (13, 13, 12)
Psychologie 12 (12, 12, 12)
Französisch: nicht erteilt
Spanisch: nicht erteilt
Biologie: 11 (10, 09, 09)
Chemie: 11 (09, 09, 06)
Politik, Gesellschaft, Wirtschaft: 11 (09, 08, 07)
Kunst: befreit
Musik: befreit
Darstellendes Spiel: befreit
Religion: nicht erteilt
Philosopie: 08, (08, n.e., n.e.)
Sport: 15 (15, befreit, befreit)

Es gibt mit Sicherheit Leute, die das besser können, aber ich bin mit mir absolut zufrieden und klopfe mir gerade mal selbst auf die Schulter. ;)